Taylor GS Koa / Sitka Akustikgitarre

NewGuitarDay

Der amerikanische Traum: Taylor GS Koa/Sitka

Es gibt diese irrationalen "will ich haben, irgendwann" - Träume. Für mich war das in den letzten 2 Jahren immer eine Taylor, und je mehr ich mich mit den Dingern beschäftigt habe, desto klarer wurde, in welche Richtung es gehen sollte: Korpusgrösse GS, kein altes Expression-System, kein Cutaway, Decke Sitka (oder falls durch irgendeinen Zufall... auch was exotisches wie sinker redwood) und Korpus am Liebsten in walnut oder koa. Dieser Wunschzettel mündet fast automatisch in der GS-K Serie. 2006 hat Taylor mit den GS-Viechern angefangen, und in den ersten Modelljahren die Gitarren noch nicht nach dem heutigen Zahlenschema benannt (die GS-Korpus-Reihe heisst heute x16). Die GS-KS ist also eine GS in Koa/Sitkafichte. 2007 wurde die Bezeichnung leicht geändert, allerdings auch die optische/dekorative Ausstattung: Die GS-K hatte ab 2007 ein Abalone-Purfling und im Griffbrett abalone-wave-inlays. Auf den ersten Blick sensationell, vor Allem bei der Abalone-Qualität, die Taylor verarbeitet hat. Auf den 2ten Blick: Ist das nicht etwas viel Glitzer auf Dauer?

Über die Zeit habe ich mir einige GSK, GSKe (also mit Expression-System) und limited x16 mit Koa-Zarge und Boden angesehen. Bis mir eines schönen Tages eine 2006er GSKS quasi vor die Füsse gefallen ist. Ohne Glitzer-Bling-Bling, ohne Elektronik, mit sensationell gemasertem Koa (ugs.:Muschigitarre -bei Fragen dazu bitte das Foto von der Rückseite ansehen) und: einem Kofferleben. Gespielt wurde das arme Ding nahezu nie. Willste sehen? Bitte:

Akustikgitarre Taylor GS Koa / Sitka mit Koffer Akustikgitarre Taylor GS Koa / Sitka Akustikgitarre Taylor GS Koa Rückansicht

Ob diese Gitarre jemals einen pickup bekommt, ist unklar - ich bin da sehr gespalten. Die Idee, Kabel und Batterien in dieses Ding zu kleben, gefällt mir einfach nicht - obwohl ab Werk die nötigen Bohrungen (bis auf die Decke unter dem Steg) bereits vorhanden sind, und auch Kabelhalter schon eingebaut wurden. Sogar der Endpin lässt sich ohne Handwerkerei gegen eine Endpinbuchse tauschen. Danke, Taylor. Mitgedacht. Soweit ich weiss, ist das bei allen "non-e" Taylors seit 2005 so. Ein LR Baggs AnthemSL ist nach klanglichen Gesichtspunkten mein bisheriger Favorit, der hat mir in anderen Gitarren sehr gefallen. Vermutlich bleibt die GS aber von Live-Bühnen verschont, und wird zum Spielen zu Hause, im Proberaum und zum Aufnehmen rausgeholt. Aufnehmen geht mit ihr nämlich super.

Der Klang

Darum geht es ja eigentlich. Was soll ich sagen? Ich bin verliebt. Laut ist sie (das wäre für mich gar nicht so wichtig), und fühlt sich son bisschen wie ein V8-Motor an. Mächtig. Sie kann auch ganz leise und fein, und mit einem unfassbaren Obertonspektrum. Dazu muss man sie aber echt nur streicheln. Sustain? Hört nie auf. Ihr könnt sie ja auf meiner fertigen Platte hören. Irgendwann :)

Traum erfüllt - und jetzt?

Jetzt? Bin ich Taylor-Fan. Noch schlimmer als vorher. Und hätte gern eine T5, mit der ich eigentlich nix anfangen kann, aber die ich wahnsinnig schön finde. Und: Heather Nova spielt auch eine. Das aber nur nebenbei :) Irgendwann wird sicher noch eine Taylor bei mir einziehen. Eine Sinker Redwood vielleicht, mit hellem Ahorn-binding um Korpus und Griffbrett. Und ES2. Oder eine K24. Oder eine 2011 fall limited. Oder so. Brauchen? Nein. Wirklich nicht. Ich habe mit der GSKS mehr Gitarre als ich spielen kann. Aber... die sind so schön. :)