livingloud - Lewitt LCT 340 Mikrofon

Lewitt LCT 340

Kleinmembran-Kondensatormikro mit Wechselkapsel

Ja, das musste sein :) Und es musste auch genau DIESES sein. Der Grund dafür ist eine kuriose Mischung aus feminin-schuhischem "find ich einfach cool" und sachlichen Pro-Argumenten für die Ausstattung und das Preis-/Leistungs-Verhältnis. Bittesehr:

Der Markt für bezahlbare Kleinmembraner ist ziemlich hart umkämpft. Bei den Online-Versendern geht's schon für 29 EUR pro Mikro für hausmarkengelabelte OEM-Ware los. Wenn jemand wie ich von einem Kleinmenbran-Mikro träumt, dann wünscht er sich eigentlich einen Klassiker. Etwas, das bewährt ist, gut funktioniert, einen gewissen Kult-Status mitbringt. Falls man mal repräsentieren muss ;-) und natürlich, weil viele der grossen Namen wie AKG C451, Neumann KM184, Shure SM81 nicht umsonst einen so guten Ruf haben. Für den Fall, dass man mal jemand anderen aufnimmt, oder was leihen oder verleihen will (ich habe mir in der Vergangenheit oft Mikrofone geliehen), hat man mit einem etablierten Mikro ein einfacheres Leben. Klar. Trotzdem ist die Geschichte von Lewitt ganz spannend. Fertigung in China, Entwicklung in Österreich, Firmeninhaber ist ein Ex-AKG. Wenn jemand innerhalb von 5 Jahren eine komplette Range von Mikrofonen "aus dem Boden stampft", die echte Neuentwicklungen sind, und keine umlackierten OEM-Teile, dann finde ich das schon beeindruckend. Wenn dann noch wirklich gute Ideen an Bord sind, und die Dinger anders aussehen und einfach mehr Ausstattung zum gleichen Preis mitbringen, wirds richtig interessant.

mein Wunsch-Mikro:

- Wechselkapsel omni / cardioid

- Schaltbarer Lowcut

- Unter 500 EUR mit Alles (ausser Zwiebeln)

...und da wird es dann schon dünn. Das Oktava 012, ein verbreiteter Klassiker, hat einen guten Ruf. Es gibt sogar 2 verschiedene figure-8 Kapseln für M/S recording, und passende preisgünstige Spinnen die 2 Mikrofone gleichzeitig halten. Supergut. Passt auch ins Budget. Aber: ich hab mit dem Oktavas ein völlig irrationales "unsexy"-Problem. Der Golf Kombi unter den Mikrofonen löst bei mir einfach kein "will ich haben" aus.

Über Lewitt bin ich eher zufällig gestolpert. Und weil Lewitt-Mikrofone Knöpfe haben, und Lampen, war meine Neugierde geweckt :)

Ein Mikrofon mit Unterbodenbeleuchtung?

Nein. Ganz so schlimm ist es nicht. Im Gegenteil. Das LCT340 hat 2 Schiebeschalter. Einen für Signaldämpfung in 4 Stufen (0dB, 6dB, 12dB, 18dB) und einen für den lowcut, ebenfalls 4 stufig (off, 40Hz, 150Hz, 300Hz, die 40Hz Stellung mit 12dB/oct., 150Hz und 300Hz mit 6dB/oct.). Da auf einem so kleinen Mikrofongehäuse die Schalter und Beschriftungen ebenfalls nur klein sein können, ist die Idee, die jeweils aktive Einstellung dezent zu hinterleuchten, völlig genial. Das kann man auch auf dunklen Bühnen und in gemütlichen Studios sofort eindeutig erkennen. Die Beleuchtung funktioniert über Phantomspeisung - dafür wird also keine extra-Stromversorgung gebraucht - und ist so dezent, dass es auf gar keinen Fall störend oder albern aussehen wird.

Lewitt LCT340 LED Beleuchtung

Das Mikrofon wird mit einer einfachen, aber sehr cleveren Klammer, einer gut gepolsterten Tasche (lieber Herr Shure, das wäre mal was für Dich - diese Plastiktüten mit Reissverschluss, die Du zu Deinen Mikrofonen dazulegst, sind echt blöd), einem Schaumstoff-Windschutz und je nach Wunsch mit einer 2ten Kapsel geliefert. So kleine "Süssigkeiten" wie Aufkleber sind natürlich auch dabei. Die Spinne LCT40 SHS muss extra gekauft werden - völlig ok, die braucht nicht jeder. Was ich vermisse, ist eine elegante Lösung, um die 2te Kapsel mitzunehmen. Ich stecke sie zum Transport in den Schaumstoff-Windschutz. So richtig perfekt ist das aber nicht.

Lewitt LCT 340 Lieferumfang

der Klang

Zuerst fällt auf: Das Ding ist wahnsinnig leise. Grundrauschen kann ich erst bei extremen gain-Einstellungen wahrnehmen. Den Klang? Kann ich nicht beurteilen. Und das meine ich ernst. Mit den Ergebnissen, die ich mit dem Lewitt erziele, bin ich sehr, sehr zufrieden. Mit beiden Kapseln kann ich meine Taylor in einer Qualität aufnehmen, die ich bisher nicht erreichen konnte. Aber: Ich habe weder einen Raum, in dem ich ernsthafte Messungen machen kann, noch 10 Mikrofone zum Direktvergleich parat, mit denen ich so sinnlose Situationsbeschreibungen wie "für meinen Raum, meine Gitarre, meinen preamp und den Aufnahmeabstand von X im Winkel von y zum 12ten Bund erhalte ich..."-Aussagen abliefern kann. Das klingt dann immer ganz nett, ist aber ehrlich betrachtet wertlos, pseudo-wissenschaftlich und unfair. Die technischen Daten incl. Polardiagramm kannst Du Dir bei Lewitt auf der homepage ansehen. Das ist deutlich aussagekräftiger.

Fazit:

Mit dem Lewitt LCT340 bin ich auch mit Wechselkapsel und nachgekaufter Spinne deutlich unter meinem Budget-Rahmen geblieben. Das passiert mir sonst nie. Hohe Verarbeitungsqualität, gute Ideen, überdurchschnittliche Ausstattung und ein Aufnahme-Ergebnis, das mir jedesmal Spass macht = zufriedener Michi. So sehr, dass ich überlege, für Stereo-Anwendungen noch eins zu kaufen.

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